Ivan & Rudolf ein europäisches Musiktheater über den ersten Weltkrieg

 

 

Ivan & Rudolf

Co-Produktion mit Théâtre Maât (B), LaBarca (B) und der Stadt Pozières (F)


Der Ausgangspunkt des Projekts ist die wahre Geschichte zweier australischer Freunde, die sich seit Kindesbeinen kennen, und die nach 40 Jahren entdecken, dass ihre Großonkel 1916 in der Schlacht an der Somme kämpften. Sie starben jeder für sein Land innerhalb eines Monats.
Die beiden Freunde beschließen, die Schlachtfelder, auf denen ihre Vorfahren fielen, zu besuchen. So beginnt ihre Pilgerreise zum Gedenken an diesen absurden und mörderischen „großen Krieg“.
Ihre Freundschaft führt sie sowohl zum deutschen Friedhof in Menen, Belgien, als auch nach Pozières, Frankreich, um die beiden Vorfahren einander vorzustellen: zwei junge Soldaten – der Australier Ivan, 18, und der Deutsche Rudolf, 20 -, die viel mehr gemeinsam hatten als ihr Kriegsschicksal.
Unsere Aufführung erzählt von Ivan und Rudolf, aus dem Blickwinkel ihrer Groß-Neffen Benjamin und Adam.
Mit dieser musikalischen Odyssee wollen wir, jenseits der großen Geschichte und den vielen namenlosen Gefallenen, zwei bestimmte Schicksale in den Mittelpunkt stellen, die alle Versprechungen von Ehre und Ruhm in einem Feld aus Schlamm verloren haben.
" Ivan & Rudolf " wird von 14 Schauspielern und Musikern aus 8 Nationen, sowie dem Ratinger Kammerchor

Umsetzung
Die Dramaturgie beginnt mit der Geschichte von Ben und Adam und ihren Großonkeln, Ivan und Rudolf. Wir nehmen uns die Freiheit, die wahre Geschichte dieser Menschen mit anderen Zeitzeugnissen zu erweitern.
Die anderen Charaktere sind alle imaginär. Einige entspringen der reichlich vorhandenen Literatur, andere (aus dem zeitgenössischen Teil) trafen wir während der Produktionsforschung auf den Schlachtfeldern in Belgien und Frankreich.
Dies ist keine filmische Darstellung. Wir verfremden mit unserer theatralischen Umsetzung, um diese bemerkenswerte Geschichte zu erzählen und das Publikum mit der ganzen Kraft und Subtilität der darstellenden Künste zu berühren.
Musik spielt natürlich eine wichtige Rolle, da die beiden produzierenden Theater im Kern Musiktheater sind. Die musikalische Umsetzung vermittelt Poesie, Bilder und Emotionen.
Schließlich wollen wir daran erinnern, dass Ivan und Rudolf beide durch die Sprache der Musik vereint waren. Sie teilten die Leidenschaft für die Violine.
Die Aufführung findet in vier Sprachen statt: Deutsch, Englisch, Französisch und ein wenig Flämisch. Aus Gründen der Einheitlichkeit und Klarheit, erlauben wir den Protagonisten,  in ihrer Muttersprache zu sprechen. Wir werden visuell arbeiten, um das Verständnis ohne Übersetzung zu gewährleisten, und profitieren von den ähnlichen Abläufen in beiden Lagern. Aber für einige Szenen (z.B. das Lesen der Briefe) werden wir Untertitel verwenden.

Die Inszenierung wird unaufwendig und flexibel. Mobile Plattformen ermöglichen eine Bewegung des Orchesters und simulieren verschiedene Schlachtfelder und Orte. Die Kostüme teilen die Akteure mit farbiger Kleidung in Gegenwart und im Sepia Ton in Vergangenheit. Die Rückwand besteht aus einer Kleidersammlung im Sepia Ton, die Auftritte ermöglicht und auch als Projektionsfläche dient.
Das letzte Drittel der Aufführung handelt von der Pilgerreise an die Orte der Erinnerung aus dem Jahr 2011.
Die Schauspieler sind auch Sänger und die Musiker agieren als Schauspieler und geben uns damit eine große Flexibilität bei der Verteilung der Rollen auf der Bühne.

Über die Musik
Die Musik der Aufführung wird komplett neu und für diesen Anlass komponiert. Es gibt einen Schwerpunkt auf Chansons mit Brechtschen Akzenten. Der Komponist lässt sich aber ebenso inspirieren von Klassik, Jazz, Blues und sogar Rock.
Ein Streichterzett (Geige, Viola und Kontrabass) und ein Jazz-Quartett (Saxophon, Piano, Bass und Schlagzeug / Percussion), werden ständig in unterschiedlichen Anteilen zu hören sein: Die Partitur von „Ivan & Rudolf“ wird besonderen Wert auf die beiden Violinstimmen legen, dem Instrument, das von beiden Soldaten gespielt wurde. Die 1. Violine ist das restaurierte Originalinstrument von Ivanhoe Walker.
Die Palette der Instrumente wird von gelegentlichem Einsatz zweier E-Gitarren, Posaune und Akkordeon bereichert.
Ein neues Percussions Instrument ist gebaut worden: das " Vulcano ", eine Apparatur verschiedener Röhren aus einer Brüsseler Werkstatt, die Sounds wie Artilleriefeuer und weitere seltsame Geräusche produziert.

Ivan & Rudolf

100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg befindet sich Europa an einem wichtigen Scheideweg. Wird es gelingen, die symbolische europäische Konstruktion in eine dauerhafte Föderation und ein geeintes Europa zu überführen? In vielen europäischen Staaten machen sich wieder nationalistische Tendenzen breit und wir haben die Verantwortung, das Gedenken an die Weltkriege zu erhalten, um die Errungenschaft der Europäischen Gemeinschaft zu begreifen.

Mitwirkende
Geschichte/Video - Benjamin Walker
Komposition - Hadi El Gammal
Libretto - Christine Smeysters
Kostüme/Bühne - Jan Kocman, Nathalie Maufroy
Video - Franz Dostal
Choreographie - Marcus Grolle
musikalische Leitung - Mihai Grigoriu
musikalische Leitung Chor - Dominikus Burghardt
Regie - Frank Schulz

mit Jennifer El Gammal, Annette Bieker, Christine Smeysters, Hadi El Gammal, Alexandre Pelichet, François VanEeckhaute, François Dreno, Vincent Noiret, Jean-François Durdu, Nathanael Bez, Adrien Letartre,Mihai Grigoriu, Patrick Andersson
und dem Ratinger Kammerchor

Meinungen

 

Pressebericht
(...)\"Die Geschichte beginnt vor anderthalb Jahren in Düsseldorf...\"

Ich bin begeistert und möchte Ihnen zu Ihrem Werk und Ihrer Leistung sehr herzlich gratulieren! Hoffentlich wird es noch möglichst oft aufgeführt! „Ivan & Rudolf“ ist Ihnen großartig gelungen mit starkem Ausdruck und geschmeidigem Zusammenspiel der ganzen Gewerke wie Musik, Gesang, Schauspielerei, Choreografie, Kostüme, Kulissen. Auch den ständigen Rollenwechsel der Darsteller fand ich beeindruckend, ebenso die Überblendungen zwischen den verschiedenen Handlungsebenen. Mir geht es immer noch in Kopf und Seele herum. Etwa die Weihnachtsszene mit den Teelichtern oder die Heimaturlaubs-Szene oder der dann wieder geschlichtete Konflikt zwischen den beiden Groß-Neffen in der heutigen Zeit.
Ärgern Sie sich nicht über die Null-Reaktion der Presse. Die ist wohl total überfordert und reagiert sehr unausgewogen. Es tut schon weh – auch mir als Zeitungsleser.
Prof. Dr. phil. Hartwig Frankenberg

Auch auf diesem Wege Ihnen und allen Mitwirkenden des Kammerchors, den Schaupielern und Musikern noch einmal ein besonderes Kompliment zu der großartigen Aufführung von IVAN UND RUDOLF gestern Abend im Rahmen des Düsseldorf Festival.
Es war ein sensationeller Abend auf höchstem Niveau: inhaltlich, schauspielerisch, musikalisch.
Meine Frau und ich sind sehr froh, dass wir dabei sein konnten.
Vielen Dank!
Thomas Becker

Sponsoren

 

Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf  

Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf

gefördert durch den Fonds darstellende Künste e.V.  

gefördert durch den Fonds darstellende Künste e.V.

 


Düsseldorf Festival  

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HPZ Stiftung  

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Heinen Gruppe  

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kunststiftung nrw  

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